Die Erde im Mikroskop

– Eine interaktive Pop-Up Ausstellung zu Planetary Health

Forschungsschwerpunkt
Fernerkundung, Planetary Health, Agrarwissenschaften

Auftraggeber
Munich Science Communication Lab

Verantwortlichkeiten
Konzept, Gestaltung und Entwicklung

Zeitraum
3 Monate, 2018

Links

Woher kommt mein Müsli? Wie steht es um die Gesundheit unseres Planeten?

Wir stehen vor großen Herausforderungen: Die wachsende Weltbevölkerung muss ernährt werden. Dabei sind die planetaren Grenzen längst überschritten und das globale Ökosystem belastet. Schafft die moderne, intensive Landwirtschaft wirklich Nahrung für alle? Unser Nahrungsmittelsystem steckt in einer tiefen Krise. Woran liegt das, was geht mich das an und welche Rolle spielt mein Konsum? Gibt es Hoffnung und was kann ich tun? Ein Blick aus dem All gibt Antworten.

 

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Diese interaktive Pop-Up Ausstellung übersetzt Erdbeobachtungsdaten in ein sinnlich erfahrbares Format und lädt Besucher:innen dazu ein, globale Umweltveränderungen selbst zu erkunden — mit Daten, Visualisierungen, VR und direktem Austausch mit Forschenden.

Ziel des Projekts war es, Zusammenhänge zwischen globaler Landwirtschaft, Ernährungssystemen und planetaren Belastungsgrenzen verständlich und greifbar zu machen. Gleichzeitig sollte die Ausstellung zeigen, wie Forschende aus Erdbeobachtungsdaten wissenschaftliche Erkenntnisse über den Zustand unseres Planeten gewinnen

Dafür wurde eine immersive und partizipative Ausstellung entwickelt, in der Besucher:innen selbst in die Rolle von Forschenden schlüpfen konnten. Statt Informationen nur zu konsumieren, untersuchten sie reale Satellitendaten, betrachteten Planetary Health aus einer ungewohnten Perspektive und zogen eigene Schlüsse. Intuitive Grafiken halfen dabei, komplexe Zusammenhänge einzuordnen. Interaktive Elemente, VR-Anwendungen und aktuelle Bilddaten des europäischen Erdbeobachtungssatelliten Sentinel machten die Inhalte erfahrbar und schufen einen direkten Bezug zwischen globalen Fragestellungen und dem eigenen Alltag. Begleitend standen Wissenschaftler:innen für Gespräche mit dem Publikum zur Verfügung, um Austausch und Reflexion zu fördern.

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Alles selbstgebaut

Alle Elemente unserer Ausstellung wurden von uns selbst entworfen und gebaut, vom Gerüst der Pop-up-Ausstellung bis zum interaktiven Mikroskop. Letzteres besteht aus einem schichtverleimten Holzgehäuse, in das eine Virtual-Reality-Brille und viel Elektronik integriert sind.

Die Pop-up-Ausstellung ist innerhalb eines halben Tages aufgebaut und flexibel einsetzbar, wie hier beim Klimacamp München. Sie eignet sich besonders für offene Räume, in denen der Austausch zwischen den Besuchenden ausdrücklich erwünscht ist.

Selbst erforscht

Wir liefern nicht nur Zahlen und Fakten. Besuchende treten selbst in die Fußstapfen von Forscher*innen und untersuchen echte Satellitendaten und damit die planetare Gesundheit. Die Informationen und Grafiken auf den Tafeln und die interaktiven Elemente helfen dabei, sich einen Überblick zu verschaffen und eigene Schlüsse zu ziehen. Wir setzen bewusst auf ein breites Angebot als die reine Vermittlung von Fakten.

Dazu gehört ein interaktives Exponat, ein Mikroskop mit Virtual-Reality-Schnittstelle, durch das die Besucher*innen landwirtschaftliche Flächen wie aus den Augen eines Forschungssatelliten untersuchen. Dabei können im Rahmen einer Data-Story zusätzliche Informationen eingeblendet werden, die eine Datenanalyse ermöglichen: Wo und auf welchen Flächen wächst welches Getreide? Wer profitiert von diesem Getreide? Diese Fragen einzuordnen und in den Kontext aktueller Forschung zu stellen, dabei helfen Wissenschaftler*innen, die vor Ort Einblicke in ihre Arbeit geben und Fragen beantworten. Dieses breit gefächerte Angebot soll ein möglichst nachhaltiges Erlebnis für die Besucherinnen und Besucher ermöglichen.

Das Team

Realisiert habe ich das Projekt gemeinsam mit meinem Kollegen Dr. Tobias Beuchert, Astronom und Wissenschaftsredakteur. Wir durften dabei zurückgreifen auf Förderung durch das
Munich Science Communication Lab. Zu unseren Aufgaben gehörte alles von der Konzeption und Zielgruppenanalyse über die Vernetzung mit relevanten Wissenschaftler*innen bis hin zum Design und Bau der Ausstellung. Unsere Stärke liegt dabei in der wissenschaftlichen Breite der Blickwinkel von Datenwissenschaftler*innen, Spezialist*innen für Agrarökologie und nachhaltige Landwirtschaft, Erdbeobachtung und künstliche Intelligenz sowie in der Wissenschaftskommunikation und dem interaktiven Ausstellungsdesign.

Kann ich das Projekt online sehen?

Klar! Wir haben hier alle Infopanele als PDF verlinkt. Und weil Informationen ohne Referenzen nichts wert sind, kannst du in der folgenden Liste alles genau nachlesen. Wenn du unsere Informationstafeln verwenden möchtest, freuen wir uns. Bitte kontaktiere uns in dem Fall, um die Details zu besprechen.